So findet man den richtigen Reitstall, Teil 2

Im zweiten Teil unserer Serie nehmen wir nun den Stall unter die Lupe. Dieser ist schließlich die Heimat der Tiere und muss strengen Vorgaben entsprechen. Wenn sich das Tier in seinem Stall wohlfühlt, dann wird es auch beim Reiten einen ausgeglichenen Eindruck vermitteln. Daher sollte man vor der endgültigen Auswahl eines Reitstalles nicht nur die Trainer, die Kurse und die Tiere inspizieren, sondern auch deren Ställe. Im Mittelpunkt des Interesses sollten dabei die Antworten auf zahlreiche Fragen stehen.

Detailliert nachfragen

Grundsätzlich sollte man vor der Auswahl des Reitstalles nachfragen. Gibt es einen eigenen Putztag mit eigenen Hygienevorschriften? Wie ist das Reinigen organisiert? Wird das Reitzeug mit einer Lederpflege behandelt? Sind die Boxen, in denen die Tiere stehen, groß genug für ihre Bedürfnisse? Haben sie ausreichend Licht? Wie sauber werden die Boxen gehalten, bzw. wie oft werden sie gereinigt? Hier gibt der Geruch im Stall schon Aufschluss über die Sauberkeit im Reitstall. Riecht es stark nach Ammoniak, ist dies ein schlechtes Zeichen. Das deutet darauf hin, dass der Stall nicht sauber genug gehalten wird. Hier müsst man mehr und öfter ausmisten. Zur artgerechten Haltung gehört auch, dass die Pferde regelmäßig auf die Weide dürfen. Sie benötigen Auslauf an der frischen Luft. Gibt es im Reitstall die Außen-Paddocks, dann ist das schon ein gutes Zeichen. Das Vorhandensein spricht für den Reitstall. Hier können die Tiere ihre Artgenossen treffen und den Aufenthalt im Freien genießen.

Longenstunden sind ein guter Anfang

Abschließend ist es noch wichtig zu erfahren, ob der Reitstall Longenstunden anbietet. Diese sind für Anfänger gedacht. Dabei werden die Neulinge auf einem Pferd sitzend vom Reitlehrer an einer geführten Leine im Kreis geführt. Das hat den Vorteil, dass sich der Reiter auf einige Dinge konzentrieren kann. Dazu zählen das Sitzen im Sattel, die richtige Haltung und die Reaktionen des Pferdes selbst. So bekommt man als Anfänger am besten ein Gefühl für das Reiten mit dem Pferd. Wenn all diese Punkte zur Zufriedenheit des Pferdefreundes erfüllt sind, geht es abschließend nur noch um die Lage des Reitstalls. Dieser sollte auf jeden Fall die Möglichkeit bieten auch im Gelände reiten zu können. Liegt er in der Nähe von großen Wäldern und Wiesen, so ist das ein großer Vorteil.

Longenstunden sind ein guter Anfang
Longenstunden sind ein guter Anfang

Ist das alles geklärt, empfiehlt sich der Eintritt in einen Reitverein. Die Kosten dafür betragen für Jugendliche bis maximal 80 Euro pro Jahr. Die Aufnahmegebühr beläuft sich in ähnlicher Höhe. Wer auf einem Einzelunterricht besteht, muss mit weiteren Kosten für die Stunden rechnen. Die Kosten für eine halbe Stunde belaufen sich auf bis zu 30 Euro. Die Preise variieren allerdings stark zwischen Stadt und Land. Grundsätzlich sind Schnupperkurse immer eine gute Idee. So bekommt man als Anfänger ein gutes Gefühl dafür, ob der Reitstall und seine Mitarbeiter eine gute Wahl ist. Alternativ kann man eine Reitbeteiligung anstreben. Dies ist deutlich günstiger. Diese Form hat zusätzlich den Vorteil, dass man sich ausschließlich um ein einziges Pferd kümmern kann. Die Besitzer verlangen in der Regel lediglich eine geringe Beteiligung an den Kosten.